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Analyse der leitliniengerechten Versorgung von Patienten mit Demenz anhand von Routinedaten der Gesetzlichen Krankenversicherung

Seit März 2017 ist Herr Heßmann als Stipendiat des Kollegs für Translationale Medizin der Universität Göttingen für eine einjährige Forschungsrotation am Center for Health Economics Research Hannover tätig. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen soll anhand von Routinedaten der AOK Niedersachsen geprüft werden, in welchem Umfang Leitlinienempfehlungen zur Versorgung von inzidenten Demenzpatienten in der Routineversorgung Anwendung finden. Ziel des Projekts ist es, Prädiktoren einer leitliniengerechten Versorgung zu identifizieren und GKV-Routinedaten langfristig zur Evaluation leitlinienkonformer Versorgung nutzbar zu machen.

Patienten mit einer Demenzerkrankung weisen zudem häufig psychiatrische Begleiterkrankungen (z.B. affektive Störungen wie Depressionen) auf. Diese können ein Grund für vermehrte ambulante Arztkontakte, stationäre Aufnahmen (z.B. in die Psychiatrie) und den Eintritt in ein Pflegeheim sein. Es soll daher geprüft werden, ob inzidente Demenzpatienten mit psychiatrischen Begleiterkrankungen eine andere Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen aufweisen als Demenzpatienten ohne (kodierte) psychiatrische Komorbiditäten. Mit einer verstärkten Inanspruchnahme medizinischer und pflegerischer Gesundheitsleistungen wären vermutlich auch erhöhte Kosten für die Sozialversicherungssysteme verbunden, die durch eine adäquate Behandlung entsprechender Beschwerden möglicherweise reduziert werden könnten und zu einer verbesserten Versorgungssituation der Patienten beitragen könnten.

Medizinische Leitlinien sollen die evidenzbasierte Patientenversorgung und eine angemessene Allokation knapper Ressourcen unterstützen. Dabei muss der Effekt einer Leitlinie daran gemessen werden, ob die Empfehlungen in der alltäglichen Patientenversorgung umgesetzt werden. Aussagen darüber sollten aus den im Versorgungsgeschehen routinemäßig generierten Daten ableitbar sein, um Hinweise für eine Unter-, Über- oder Fehlversorgung zeitnah identifizieren und beheben zu können. Die Implementierung und Umsetzung von Leitlinien in der alltäglichen Versorgung wird für verschiedene Krankheitsbilder jedoch als verbesserungsfähig angesehen. Zudem gewinnt die Leitlinienkonformität auch bei Fragen der Versorgungsqualität zunehmend an Bedeutung, die z.B. anhand von Qualitätsindikatoren evaluiert wird.

Kontakt:

Dr. Philipp Heßmann